Organya ist anders. Nicht nur das Fluggebiet, auch die Piloten. Ein Erfahrungsbericht von Andy Jäggi.
In den spanischen Pyrenäen liegt der magische Berg von Organya. Der Startplatz ist unten. Eher am Fuss vom Berg. Wozu hochfahren, wenn die «magische» Thermik einen zuverlässig und schnell hochträgt.
Das schätzen auch die Akro-Piloten, welche den Ort berühmt gemacht haben. Unten starten, Aufdrehen auf 1700m, Rausfliegen, den Schirm um alle Achsen knallen, 800 Höhenmeter vernichten und wieder rein in die Thermik. Und das im 15 Minuten Takt! So entspricht jede Stunde dem Trainings-Pensum von einem Tag an der Bergbahn.
Ein spezieller Ort zieht auch «spezielle Leute» an. Zum Beispiel die beiden Franzosen im Bärenkostüm, die sich in der Luft mit Paintball-Guns beschiessen. Um das Zielen zu erschweren auch im Infinity Tumbling.
Oder Pal Takats (Chrigel Maurer der Akro-Szene) an dessen Gurtzeug hinten und vorn ein Kamera-Stativ raus steht. Ergänzt vom Kameramann in der Hängematte am Hang. Sie arbeiten an einem Akro-Lernvideo. Pal überrascht auch mit seinen Sprachkenntnissen. Er plaudert mit allen in deren Muttersprache, selbst Schweizerdeutsch!
Dann die beiden Neuseeländer am Tandem-Schirm. Der Passagier klingt sich in der Luft aus und zieht seinen Schirm aus dem D-Bag. Soweit kennen wir das ja. Bloss springt dann der Pilot hinterher, fällt am Passagier vorbei und zieht später den Fallschirm. Der Tandem-Schirm trudelt unterdessen alleine weiter und wird an den Hang geblasen. Direkt neben die Strasse zum Startplatz.
Zu erwähnen wäre auch die Deutsche Pilotin. Sie fliegt seit zwei Jahren. Und hält mit den Akro-Jungs gut mit. Auch in Sachen Notschirm-Abgängen. Sie zieht heute zum siebten Mal und landet unverletzt. «Ich bin ja auch gestählt» mein Sie, dank Stahl-Prothese an der Wirbelsäule. Auch ein Gleitschirm-Souvenir.
Die österreichische Flugschülerin geniesst ihren 15. Flug. Sie übt sämtliche Schüler-Manöver und muss dennoch die Ohren anlegen, um nach einer Stunde wieder runterzukommen. Mitte September. Im Sommer soll die Thermik angeblich zwischen gewaltig und gewalttätig sein.
Der Tag endet mit einem Knall. Ein herrenloser Gleitschirm hängt über dem Landeplatz in der Luft. Der englische Pilot hat seinen Base-Notschirm gezogen und steht schon am Boden. Nicht als Notfall, sondern zum Spass. Wie jeden Tag. Organya ist anders – sein Flugvolk auch.
Gleitschirm und Akro gleichermassen, Organya ist ein Juwel der Gleitschirmdestinationen in Spanien und den Pyrenäen
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Fakten zu Organya:
Alle anstehenden Gleitschirmreisen nach Spanien sind auf Gliderhub zu finden.
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